
Nicht überzeugend - Erstaunt bin ich schon, dass dieses Buch den mittlerweile überholten Haubrich als neues Standardwerk der Geographiedidaktik ablösen soll. Obwohl es ein fachdidaktisches Buch ist, ist der Rinschede m. E. in didaktischer Hinsicht wenig gelungen. Allein die Aufmachung und das Layout des Buches sind wenig überzeugend. Der Text ist in zwei Spalten je Seite geschrieben, der Leser muss daher sehr häufig von Zeile zu Zeile springen. Absätze sind nur schwer zu erkennen, die Gliederungspunkte sind zwar durch Fettdruck hervorgehoben, allerdings ungünstig in den Fließtext eingebaut. Dies wirkt äußerst unübersichtlich. Gleiches gilt für weitere Untergliederungen mit Signalpunkten oder Spiegelstrichen. Ferner ist der Aufbau des Buches mit Gliederungspunkten bis z. B. 8.17.4 beim Lesen genauso zermürbend und demotivierend wie Rinschedes antiquierte und mit komplizierten Schachtelsätze durchsetzte Sprache. Kurze treffende, zeitgemäße und prägnante Erklärungen von Sachverhalten, deren Inhalt für den Leser problemlos und eindeutig zu erkennen ist, fehlen nahezu gänzlich. Genauso vermisse ich anschauliche Beispiele, die v. a. die vorgestellten Unterrichtsmethoden präzisieren und Anregungen für den Unterricht bilden könnten. Auch im inhaltlichen Bereich hat das Buch Defizite. So ist bspw. fraglich, ob in einer fachdidaktischen Abhandlung das System der Geographie mit seinen verschiedenen Teildisziplinen auf nahezu zehn Seiten diskutiert werden muss. Müssen auch fünfzehn verschiedene Diagrammtypen in aller Ausführlichkeit erklärt werden? Ebenso ist zu hinterfragen, in welcher Ausführlichkeit allgemeindidaktische Themen wie Unterrichtsforschung, Hausaufgabenproblematik oder Medienerziehung zu behandeln sind. M. E. umspannt der Autor hier einen viel zu großen Rahmen, das eigentlich Ziel des Buches, zu lehren, wie man Geographie unterrichtet, kommt dagegen zu kurz. Eine vertiefende Darstellung über die Umsetzung der interkulturellen Erziehung oder der Einführung des Kartenverständnisses wäre u. a. wahrscheinlich effektiver als die Darstellung praxisferner didaktischer Theorien.
Die momentan beste Geo-Didaktik - Durch seinen übersichtlichen Aufbau, seine hervorgehobenen Überschriften und Stichworte sowie durch seinen präzisen, gute nachvollziehbaren Stil ist die Geo-Didaktik von Rinschede ein Buch, das in das Regal eines jeden Geo-Lehrers gehört. Mir hat es bei der Vorbereitung auf das 2. Staatsexamen sehr geholen. Auch Fachfremde können von den Darstellungen Rinschedes sehr profitieren. Allgemeindidaktische, psycholgische und fachwissenschaftliche Grundlagen analysiert Rinschede ebenso wie Tendenzen der Lehrplanentwicklung und moderne Unterrichtsmethoden (z.B. Lernzirkel). Einige Übersichten sind sehr gut geeignet, um bei der Behandlung von Methoden auch im Unterricht eingesetzt zu werden. Was leider etwas zu kurz kommt: Auf das so genannte muttersprachliche Prinzip, die Förderung von Lesekompetenz (Umgang mit Sachtexten...) und Kommunikationsfähigkeit, wird kaum eingegangen. Dennoch: Sehr zu empfehlen für Uni, Referendariat und danach!